Sibirische Schwertlilie - Iris sibirica

Sibirische Schwertlilie

Gruppe Sibirischer Schwertlilien - Iris sibirica – im Murnauer Moos, Deutschland.

Sibirische Schwertlilie

Familie: Schwertliliengewächse
Die Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica) ist eine 50 – 100 cm hohe, blau blühende, aufrechte, ausdauernde, krautige Pflanze. Sie wächst auf Sumpfwiesen, in Flachmooren und wird als Gartenpflanze genutzt.
Die Sibirische Schwertlilie war Blume des Jahres 2010.

Infografik zur Sibirischen Schwertlilie:
Sturm, Johann Georg (Maler: Jacob Sturm): Deutschlands Flora in Abbildungen; Stuttgart 1796, Zugriff über Wikipedia - die freie Enzyklopädie – im Februar 2017.

Namen

Gattungsname Iris aus dem Griechisch: iris = Regenbogen. Im antiken Griechenland ist Iris die Göttin des Regenbogens.
Der Gattungsname spielt auf die vielfarbigen, regenbogenfarbigen Blütenblätter an, hat aber ansonsten keinen Bezug zur Mythologie der Göttin (zur Mythologie siehe: Wikipedia, Zugriff im Februar 2017).
Artname sibirica aus dem Lateinischen: sibiricus = aus Sibirien.

Blüte

Der Blütenspross trägt an seiner Spitze ein bis drei blauviolette Blüten, er überragt deutlich die grundständigen Laubblätter. Die Einzelblüte ist kurz gestielt und steht in der Achsel eines kleinen, trockenhäutigen Tragblatts.
Die drei äußeren, herabgebogenen Blütenblätter sind weißlich-blau geadert und zur Basis hin gelb bis braun eingefärbt. Die drei inneren, aufgerichteten Blütenblätter sind weitgehend einfarbig dunkelblau. An der Basis sind die Blütenblätter zu einer Röhre verwachsen.
Blütezeit: Mai bis Juni

Sibirische Schwertlilie

Blütenknospen.
 

Sibirische Schwertlilie

Einzelblüte und Blütenknospen.
 

Sibirische Schwertlilie

Einzelblüte mit Fliege.

Sibirische Schwertlilie

Ausschnitt eines äußeren Blütenblatts.

Über den äußeren Blütenblättern steht je ein blütenblattartiger, dunkelblauer Zweig des Griffels. Verdeckt, zwischen Griffelzweig und äußerem Blütenblatt, ragt ein Staubblatt. Unterhalb jeder der zweispaltigen Griffelspitzen befindet sich quer verlaufend die Narbe.

Sibirische Schwertlilie
Sibirische Schwertlilie
Sibirische Schwertlilie
Sibirische Schwertlilie

Foto links: Laubblattartiger Zweig des Griffels mit zwei Spitzen über einem der drei äußeren, herabgebogenen Laubblätter.
2. und 3. Foto von links: Blick zwischen einem Zweig des Griffels und einem Blütenblatt hindurch. Der Griffelzweig ist hochgedrückt und zwischen zwei der drei inneren, aufragenden Blütenblätter eingeklemmt. Sichtbar wird dadurch das von vorne gesehene Staubblatt.
Foto rechts: Staubblatt von der Seite gesehen.

Sibirische Schwertlilie
Sibirische Schwertlilie
Sibirische Schwertlilie

Die drei laubblattartigen Zweige des Griffels.

Blick durch die inneren, hochstehenden Blütenblätter auf die drei Zweige des Griffels.
 

Blick auf den verzweigten Griffel. Die inneren Blüttenblätter sind zur Seite gedrückt. Der Abstand zwischen den Grifelspitzen beträgt cirka 6 cm.

Blick von oben auf den verzweigten Griffel. Die Blüttenblätter sind eingetrocknet.
 

Stängel und Blätter

Stängel hohl, rund; Laubblätter 30 bis 80 cm lang, scharfkantig, sehr schmal, 2 bis 6 mm breit, parallelnervig: schwertblättrig. Die Laubblätter erreichen nicht die Höhe des Blütensprosses.

Sibirische Schwertlilie
Sibirische Schwertlilie
Sibirische Schwertlilie

Foto links:
Laubblätter.

Foto mitte:
Ausschnitt eines Laubblatts.

Foto rechts:
Laubblatt-Impressionen.
 

Nutzung

Seit Ende des 16. Jahrhunderts ist die Sibirische Schwertlilie als Gartenpflanze dokumentiert. Viele Gartensorten stammen von der Sibirischen Schwertlilie ab.

Sibirische Schwertlilie
Sibirische Schwertlilie

Sibirische Schwertlilie als Gartenpflanze in Freiburg-Ebnet, Deutschland.
 

Sibirische Schwertlilie in der Kunst

Abbildungen der Schwertlilienarten sind schon seit dem Altertum bekannt. Speziell die Sibirische Schwertlilie ist bist auf die heutige Zeit immer wieder ein beliebtes Motiv der Künstler. Drei Beispiele seien angeführt:
1.Jan Brueghel d.Ä. (1568 -1625) – Blumenstrauß, gemalt 1603, ausgestellt in der Pinakothek, München.
Scan aus„Kindlers Malerei Lexikon im dtv, München, 1976“;
2.Vincent van Gogh (1853 – 1890) – Die Schwertlilien, 1890, ausgestellt im Nationalmuseum Vincent van
Gogh, Amsterdam.
Scan aus dem Katalog zur Sonderausstellung „Vincent van Gogh“ im Musée d’Art Modern, Straßburg, 1972;
3.E.J. Kuhnert (geb. 1954 in Fulda), ein zeitgenössisches Beispiel – Schwertlilie, 2006;
Homepage des Künstlers.

Sibirische Schwertlilie
Sibirische Schwertlilie
Sibirische Schwertlilie

Bild links:
Jan Brueghel d.Ä.: Blumenstrauß, 1603

Bild mitte:
Vincent van Gogh: Die Schwertlilien, 1890

Bild rechts:
E.J. Kuhnert: Schwertlilie, 2006
 

Fundorte

Links für weitere Informationen

Februar 2017