Später wird's schöner

Buch-Cover

Skizzen einer Kindheit im Ried

In kleinen abgeschlossenen Szenen schildert Rosemarie Ebbmeyer ihre Kindheit im hessischen Ried, dort wo nichts los war. Der Opelbus zweimal am Tag fuhr, das Leben durch Arbeit auf dem Feld und mit den Tieren geprägt war, Großmütter ihren Alltag und ihre Gärten bewältigten und Dorfbräuche lebendig waren. Es kommen ihre Strickliesel und der Tag des Mauerbaus vor, ebenso wie Bonanza und das Heubündeltragen, die erste Tanzstunde und Dr. Schiwago, Soraya und die „Duppeskasse”. Aus der Sicht eines Mädchens wird das Leben auf dem Dorf zwischen 1953 und 1968 lebendig.

© 2015 Rosemarie Ebbmeyer
Umschlaggestaltung und Layout: Bernd Ebbmeyer
Herstellung und Verlag: BoD – Books on Demand, Norderstedt
ISBN: 978-3-734-72905-8
Als eBook(ePuP) für 8,49 Euro

Erhältlich über den Buchhandel sowie direkt beim Hersteller BoD
als Print-Ausgabe für 16,90 € und als eBook (ePuP) für 8,49 €.

Autorin

Rosemarie Ebbmeyer ist 1953 in Leeheim – heute eingemeindet in Riedstadt – geboren und aufgewachsen. Nach ihrer Lehre in einem Hotel in Darmstadt lernte sie Sprachen in Paris und England und arbeitete als Fremdsprachensekretärin. Seit über 40 Jahren lebt sie mit ihrem Mann in Freiburg im Breisgau, hat zwei erwachsene Töchter und ist glückliche Großmutter.
Ihr Interesse am Schreiben und der Gedanke „Das müsste man doch eigentlich aufschreiben!“ ließ sie viele Texte verfassen. Anregungen und Impulse erhielt sie ab 2004 auch durch den Besuch von Schreibkursen. In diesem Buch sind Geschichten ihrer Kindheit im hessischen Ried zusammengestellt.

Lesungen

Groß-Gerau 20161118

18. November 2016 um 20 Uhr : Stadtbücherei Groß-Gerau, Gernsheimer Str. 5

Lesung in der Reihe „Drei um Acht“ – ein Beitrag von Stadt und Kreis Groß-Gerau zum bundes-
weiten Vorlesetag – in Zusammenarbeit der Stadtbücherei Groß-Gerau und dem Kreiskulturbüro der Stadt Groß-Gerau

Groß-Gerau 20161118

Es lasen Hannah Winkler, Birgitta Zörner und Rosemarie Ebbmeyer.

Groß-Gerau 20161118
Leeheim 20160901

Anekdotisch, poetisch und heiter
VORLESETAG Drei Autorinnen aus der Region tragen auf Einladung von Stadt und Kreis aus ihren Werken vor

Charlotte Martin; Echo, 21.11.2016

GROSS-GERAU. Vielfältiger kann Lesevergnügen nicht sein: Rosemarie Ebbmeyer blickte anekdotisch zurück auf die Kindheit im Ried der fünfziger Jahre, Hannah Winkler aus Ginsheim-Gustavsburg gab ihr Debüt als Autorin mit heiteren und besinnlichen Kurzgeschichten zur Vorweihnachtszeit, und Brigitta Zörner aus Nauheim rundete mit emphatischer Lyrik sowie einer lustigen Geschichte vom sprechenden Hund das Lektüre-Dreierlei ab.

Groß-Gerau 20161118

Foto: Vollformat/Marc Schüler

In der Stadtbücherei begrüßte Leiterin Pamela Baer mit Timo Jährling vom Kreiskulturbüro zur Reihe „Drei um Acht“, seit fünf Jahren ein Beitrag von Stadt und Kreis zum bundesweiten Vorlesetag. Dabei lesen drei Literaten aus der Region. Auch diesmal war die Veranstaltung gut besucht, wobei vor allem die 1953 in Leeheim geborene Ebbmeyer mit vielen Gästen ein freudiges Wiedersehen erlebte. „Menschen, die ich seit Jahrzehnten nicht gesehen habe, sind gekommen. Das rührt und freut mich“, so die in Freiburg lebende Hobbyautorin. Ihr schmales Buch „Später wird’s schöner“, das detailreich Mundart und typische Begrifflichkeit ihrer Heimat aufgreift, erschien 2015 und erfreut sich einer großen, ortsverbundenen Leserschaft. „Später wird’s schöner“, sagte Großmama zur kleinen Rosemarie, wenn sie klagte, weil sie Geschirr abtrocknen, Futtereimer fürs Vieh tragen oder beim „Riewe leiern“ helfen musste: Ebbmeyers Schilderungen aus dem Leben eines kleinen, bezopften Mädchens im landwirtschaftlich geprägten Leeheim riefen beim Publikum zustimmendes Lächeln hervor. Vom eingepackten Butterbrot im Kindergartentäschchen über Opas „Miggeplatsch“, mit der er den Stubenfliegen den Garaus machte, bis hin zur unsentimentalen Schilderung des „Plumpsklos“ sowie – als Pendant zum geordneten Alltag – auch der Leselust des Dorfkindes („Pippi Langstrumpf war meine Heldin“), erkannten ältere Zuhörer vieles wieder, was einst das Leben prägte.
Stundenlang hätte man Ebbmeyer zuhören mögen. So hatte die zweite Autorin des Abends, Birgitta Zörner, mit emphatischer, persönlicher Lyrik („Im Herzensgarten“) sowie blumigen Prosatexten um das erkenntnissuchende Naturkind „Bluerose“ es nicht leicht, einzustimmen auf ihre für Liebe, Glaube, Hoffnung werbenden Worte. Die Blaue Blume der Romantik zierte das Lesepult, während die Lehrerin durchs „Naturrund“ der Jahreszeiten führte, von „goldenen Tränen, aufgefangen im Herzensmeer“ las.
Als dann aber auf ihre seelenvollen Oden Einblick in ein kleines Prosabändchen folgte, in dem sie ihren Collie „Melody“ sprechen lässt und ihn bei seiner Ausbildung zum Detektivhund am Studienseminar für Vierbeiner begleitet, war das Band zwischen Autorin und Zuhörern humorvoll geknüpft.
Und heiter ging’s weiter: Es folgten kurze, witzige Geschichten von Hannah Winkler, die zugleich nachdenklich stimmten. Eine hübsche Geschenkidee für Literaturfreunde hat die jüngste der Autorinnen des Abends mit ihrem schmalen Band „31 x Weihnachten“ ersonnen. Der Erstling der in Ginsheim-Gustavsburg lebenden Verfasserin besticht in seiner Authentizität und Bescheidenheit: Die Geschichten, die er bündelt, sind kurz, sind bisweilen nicht länger als eine halbe Seite.
Echte „Short Storys“, die von menschlichen Fehlern und Schwächen, von Hoffnung und unerwarteten Glücksmomenten erzählen. Da ist etwa die Geschichte vom demenzkranken Nachbarn, der, als er vor seiner verschlossenen Wohnungstür steht, nur unwillig von der Nachbarin hereingebeten wird. Am Ende aber erweist sich ihre Begegnung mit dem alten Herrn, dessen inneres Erleben von der Norm abweicht, als ein großes Geschenk.

Groß-Gerau 20161118

Siehe auch Hinweis auf Buch und Lesung in der "Frankfurter Rundschau" vom 27. Oktober 2016

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1. September 2016 um 18 Uhr : Stadtteilbücherei Leeheim, Kirchstraße 12

Leeheim 20160901
Leeheim 20160901
Autorin

Bericht zur Lesung vom 1. September 2016 aus dem Rathaus Riedstadt.

12. März 2016 um 14 Uhr : "Buchmesse im Ried", Altrheinhalle in Stockstadt am Rhein

Stockstadt 20160312
Stockstadt 20160312
Autorin

Buchbesprechungen

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LZ Rheinland Landwirtschaftliche Zeitschrift Rheinland
Ausgabe 22 / 1. Juni 2017 / Seite 61

Landleben in den 5Oer und 60er Jahren

Lebenserinnerungen gibt es viele. Auch von Menschen, die auf dem Land groß geworden sind und sich erinnern, wie es früher war. Dieses Buch einer Autorin des Jahrgangs 1953 spielt in Hessen im hessischen Ried in der Nähe von Darmstadt. Und obwohl die Geschichten nicht im Rheinland angesiedelt sind, kann man sich als Rheinländerin darin wiederfinden. Ohnehin bildet der Rhein die westliche Grenze für das Ried und verbindet so Autorin und rheinische Leserschaft. Aber jenseits aller persönlicher Vita macht Rosemarie Ebbmeyer in ihren Aufzeichnungen einer Kindheit im hessischen Ried deutlich, wie es sich früher auf dem Dorf lebte – im Familienverband, mit den Nachbarn und Berufskollegen und vor allem, was es für die Kinder bedeutete, auf dem Land aufzuwachsen.
Wer sich als Jahrgang 1950 plus also in die eigene Kindheit zurückversetzen lassen möchte, dem sei dieses Buch zu empfehlen. In kurzen chronologischen Sequenzen wirft die Autorin einen Blick auf das eigene Leben und transportiert dabei alle Überzeugungen, Werte und Wünsche dieser Zeit. Man kann gut nachempfinden, wie hart es für das Schulkind war, wenn es mit aufs Feld musste, statt Heidi oder Karl May zu lesen und wie toll es war, in der nahegelegenen Stadt Darmstadt zur weiterführenden Schule zu gehen. Und man ist mit der Autorin froh, als sie das Dorf hinter sich lassen kann, auch wenn sie heute stolz auf ihre Herkunft ist. (stu)

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Land&Forst Landwirtschaft und Landleben in Niedersachsen
Heft 25 / 22. Juni 2017 / Seite 71

Skizzen einer Kindheit

Erzählungen „Weil sich so vieles ändert“, hat Rosemarie Ebbmeyer die Geschichte ihrer Kindheit und frühen Jugend aufgeschrieben. In ihrem Buch „Später wird's schöner“ lässt sie die Jahre 1953 bis 1968, die sie mit ihren Eltern, Großeltern, Tanten und Onkeln auf einem Dorf in Hessen verbrachte, lebendig werden. Es steht somit stellvertretend für viele Frauen, die damals irgendwo in Deutschland ihre Kindheit und Jugend auf dem Lande verbracht haben. Die kleinen abgeschlossenen Szenen schildern eine Kindheit, die geprägt ist vom bäuerlichen Alltag in Haus, Hof, Feld und Garten. Bei Leserinnen, die Anfang der 1950er Jahre geboren sind, weckt das Buch sicherlich viele Erinnerungen. „Der Samstag schmeckt nach Linsensuppe mit Wiener Würstchen…, im Spätsommer nach warmem Pflaumenkuchen…, Samstag riecht es nach Dor und Kernseife, wenn Küche, Hausgang und Treppe feucht gewischt werden."
Themen sind Taufe, Konfirmation, Mauerbau, Dorfbräuche, Vim und Ata, Heubündeltragen, Hausschlachtung, Bonanza und Dr. Schiwago und die erste Tanzstunde. Weil Ebbmeyer authentisch das ländliche Leben schildert, eignet sich das Buch auch gut, um daraus an Demenz erkranken Menschen vorzulesen. Die Autorin stößt auch bei Lesungen mit ihrem Buch auf große Resonanz.

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dlz agrarmagazin dlv Die Medienkompetenz für Land und Natur, München
Heft 7 / Juli 2017 / Seite 141

Skizzen einer Kindheit im Ried

Der Gedanke „Das müsste man doch eigentlich aufschreiben!“ ist vielen bekannt. Rosemarie Ebbmeyer hat es getan und ihre Mädchenjahre in der Zeit von 1953 bis 1968 dokumentiert. So lässt sie den Leser teilhaben an ihrem Leben in einer Mehrgenerationenfamilie in einem Dorf im hessischen Ried. Der Alltag war geprägt von Schule, Mithilfe im Haus, Feld und die jüngeren Geschwister hüten. Doch das Dorfleben funktionierte und die Menschen hielten ihre Bräuche lebendig. Rosemarie Ebbmeyers Erinnerungen an Strickliesel, Bonanza, die erste Tanzstunde, Dr. Schiwago und Soraya wecken beim Lesen eigene Gedanken an diese Zeit. Und wer noch zu jung ist, der kann sich nach dem Lesen gut vorstellen, wie rasant sich das Leben auf den Höfen und in den Dörfern verändert hat.
Die Autorin hält ihre Geschichte nicht nur für die Menschen im hessischen Ried für wichtig, sondern meint, dass die Mädchen in dieser Zeit ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Man trug Schürze und Zöpfe und hatte mitzuhelfen. Wenn sie lieber mit Freundinnen spielen wollte oder Rollschuh fahren, bekam Rosemarie Ebbmeyer von ihrer Großmutter zu hören: „Später wird's schöner. Dann bist du größer und verständiger.“ Daher kommt der Titel des Buchs. (us)

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Mathilde
Das nicht kommerzielle Frauenmagazin aus Darmstadt
Heft 146 - 25. Jahrgang - Ausgabe Januar/Februar 2017

Episoden einer Kindheit

Von Elsbeth Dickert
Erinnerungen werden lebendig, ein Schmunzeln kräuselt die Lippen und manchmal muss frau auch hell auflachen, sind doch Markennamen wie Ata, Gütermann-Nähgarn oder Helanca-Badeanzüge, Schlagerstars wie Roy Black, Bücher wie Karl Mays "Winnetou“, TV-Serien wie Bonanza oder Filme wie Dr.Schiwago der Leserin im gewissen Alter nur allzu bekannt. Und natürlich die Moralvorstellungen, die Ermahnungen und die alten Sprüche der Eltern und Großeltern. Die gebürtige Leeheimerin Rosemarie Ebbmeyer hat auf 192 Buchseiten in kurzen Episoden ihre Kindheit von 1953 bis 1968 im hessischen Ried beschrieben. ln den unsentimentalen Text fließen immer wieder Worte oder kurze Sätze in "Leeheimer Platt" ein.
Eine Kindheit in Licht und Schatten, Rosemarie wächst auf im Kokon der Großfamilie, ist dort gut aufgehoben und genießt das, muss aber auch im Haushalt oder auf dem Feld mit anpacken. „Ich bin eigensinnig und aufmüpfig. Gehorche nicht“, wie sie selbst schreibt. Mit 12 Jahren möchte sie aus der dörflichen Enge heraus, mit Hilfe des „Volksbrockhaus“ erklärt sie sich Wörter wie „diffizil“ und besucht schließlich die weiterführende Schule in Darmstadt Wenn es früher ganz schlecht lief, tröstete Großmutter „Mutsch“ das Mädchen mit den Worten: „Später wird's schöner“. Das ist auch der Titel des kurzweiligen Buches.

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KREIS GROSS-GERAURhein-Main - 27.10.2016

„Ich habe nur die Zeit dokumentiert“

Von Claudia Kabel
Rosemarie Ebbmeyer erzählt in ihrem Buch „Später wird’s schöner“ von der Kindheit im hessischen Ried
„Weil sich so vieles ändert“, hat Rosemarie Ebbmeyer die Geschichte ihrer Kindheit und frühen Jugend aufgeschrieben. In ihrem Buch „Später wird’s schöner“ lässt sie die Jahre 1953 bis 1968, die sie mit ihren Eltern, Großeltern, Tanten und Onkeln im hessischen Ried verbrachte, lebendig werden.
Doch die kleinen abgeschlossenen Episoden aus dem Dorf Leeheim rühren nicht nur Ortsansässige. Sie rufen Erinnerungen bei allen wach, die damals in ländlichen Gegenden lebten, im Ried oder andernorts. Wie Rosemarie Ebbmeyer den Alltag aus Sicht eines Mädchens schildert, so war er für viele dieser Generation. Es ist von Bonanza und Alfred Hitchcock die Rede, von der Strickliesel und dem Mauerbau und davon, dass einfach nichts los war im Ried. Wo zweimal am Tag der Opelbus fuhr, das Leben durch die Arbeit auf dem Feld geprägt war, Dorfbräuche lebendig waren und es ein Riesenereignis war, wenn man einmal nach Darmstadt zum Einkaufen fuhr.
Entstanden ist das 192 Seiten starke Werk mit zahlreichen historischen Abbildungen innerhalb von sieben Jahren in einer Schreibwerkstatt, „Ich habe das alles eigentlich für meine Enkel aufgeschrieben“, sagt die Autorin, die inzwischen in Freiburg (Breisgau) lebt. An Veröffentlichung hatte sie dabei nicht gedacht. Doch aufgrund des großen Zuspruchs hat sie es jetzt als Book-on-demand herausgebracht.
Viele der Szenen, etwa die ihrer eigenen Geburt – natürlich als Hausgeburt im elterlichen Ehebett – hat sie nach Erzählungen ihrer Mutter verfasst. Die heute 87-Jährige lebt immer noch im Familienanwesen in Leeheim. Haus, Garten und „Scheier“ – Scheune – alles steht noch.
Rosemarie Ebbmeyer berichtet von ihrer Zeit im Kindergarten und wie sie dort mit Kleister anstatt nur mit Mehlbapp wie zu Hause Sterne aufkleben durfte. Es ist von der Duppeskasse die Rede, in der Frauen einen abgezwackten Groschen sparten, den sie etwa beim Verkauf eines Schoppens Milch an Nachbarn erzielt hatten, als auch vom wöchentlichen Badetag: „Der Samstag schmeckt nach Linsensuppe mit Wiener Würstchen (...), im Spätsommer nach warmem Pflaumenkuchen (...). Samstag riecht nach Dor und Kernseife, wenn Küche, Hausgang und Treppe feucht gewischt werden.“ Regionale Persönlichkeiten wie Bürgermeister Schwäch und Landrat Schmitt tauchen genauso auf wie lokale Geschäfte, die es längst nicht mehr gibt, und historische Ereignisse: Etwa das „große Fest“, als Leeheim sein 1200-jähriges Bestehen feierte. Und sie sich in ein rosa Kleid gehüllt auf die Bühne zum Walzertanzen wagt – was ihre Mutter gar nicht gerne sieht. Es entbrennt ein heftiger Streit, in dem die flügge werdende Tochter gegen die Sprüche und Regeln der Erwachsenen rebelliert.
„Ich habe einfach nur die Zeit dokumentiert“, sagt Rosemarie Ebbmeyer, „nichts hinzugedichtet und nichts psychologisiert“.
Frankfurter Rundschau - „Ich habe nur die Zeit dokumentiert“: fr-online.de

Autorin

Lebendige Zeilen - Buchtipp: „Später wird's schöner“ – Buchbesprechung von Matthias Weißmann
Amtliches Bekanntmachungsorgan der Stadtverwaltung Gernsheim
Ried-Information, 2016, KW 28, Seite 15
Herausgeber: PLEGGE Medien Verlag GmbH, 64579 Gernsheim; Artikel als PDF-Datei laden

Wer für gemütliche Sommer- und Ferienstunden auf der Terrasse oder im Liegestuhl noch Lesestoff sucht, dem sei Rosemarie Ebbmeyers „Später wird’s schöner“ empfohlen. Eine Ansammlung von Anekdoten aus der Kindheit der gebürtigen Leeheimerin, nicht als Memoiren zu verstehen, eher als eine Reminiszenz an das Leben auf dem Dorf in den 50er und 60er Jahren. Selten war die soziale Geschichte des Rieds lebendiger und greifbarer als in diesem Buch.

In klarer Sprache und mit beeindruckendem Detailreichtum lässt Ebbmeyer eine Zeit wiederauferstehen, in der die Feldarbeit hart und die Dorfbräuche allgegenwärtig waren. „Später wird’s schöner“ steckt voller historischer Infos über das tägliche Leben in der Region, über Menschen, Läden, Feste und Verbindungen, die Ebbmeyer für die Nachwelt festgehalten hat.
Kenner der Region ereilt bei der Lektüre sicher oftmals ebenfalls die Erkenntnis: „Ach stimmt ja, so war des gewesen ...“

Auch die Feinheiten des südhessischen Dialekts kommen in den Erinnerungen von Rosemarie Ebbmeyer liebevoll dosiert zur Geltung und runden das Projekt, das die Autorin auch gerne als ihr „drittes Kind“ bezeichnet, zu einer rundum gelungenen Verbeugung vor der Vergangenheit von Leeheim und dem Ried ab.

Eine Kindheit im Ried - Buchbesprechung von Ralf Schwob
Monatsmagazin FORUM, Mai 2015; Forum Verlag Riedstadt; Seite 29

"Später wird's schöner - Skizzen einer Kindheit im Ried", so lautet der Titel des Buchs von Rosemarie Ebbmeyer.
Frau Ebbmeyer, eine geborene Nold, beschreibt darin die Jahre 1953 bis 1968 in ihrem Heimatort Leeheim.
Detailliert und mit liebevollem Blick lässt die Autorin eine Zeit lebendig werden in der "(...) nichts los war, der Opelbus zweimal am Tag fuhr, das Leben durch Arbeit auf dem Feld und mit den Tieren geprägt war, Großmütter ihren Alltag und ihre Gärten bewältigten und Dorfbräuche lebendig waren."

Dass die Berichte aus dieser Zeit dennoch interessant und spannend sind, ist zum einen dem Erzähltalent der Autorin geschuldet. Zum anderen aber enthält das Buch so viele plastische Beschreibungen von Riedorten, Personen und Bräuchen, dass man sich damit auch heute noch auf Spurensuche begeben könnte: Ausflüge zum Rhein und Altrhein oder nach Darmstadt werden ebenso beschrieben wie Radtouren in die Fasanerie nach Groß-Gerau.
Das Kernstück des Buchs aber bildet die Beschreibung der alltäglichen harten Arbeit in der Landwirtschaft, bei der die Kinder nach der Schule selbstverständlich zu helfen hatten. Diesem Alltag im Ried vor über 50Jahren mit all seinen großen und kleinen Freuden hat Frau Ebbmeyer mit ihrem schönen Buch ein kleines Denkmal gesetzt. Für Leeheimer besonders interessant sind natürlich die vielen Personen und Familien, die im Buch vorkommen. Außerdem enthält es Abbildungen von alten Anzeigen, mit denen für Leeheimer Geschäfte, Handwerksunternehmen und Gasthäuser geworben wurde, die es heute nicht mehr oder zumindest in dieser Form nicht mehr gibt.

Auf zahlreichen Fotografien und Postkarten, die ebenfalls Eingang ins Buch gefunden haben, kann der Leser nachvollziehen wie es damals im Ried, insbesondere in Leeheim, aussah und wie sich die Gegend verändert hat. Schön, wenn man bei allen Veränderungen immer wieder auf Dinge trifft, die dem Lauf der Zeit getrotzt haben: Das weihnachtliche „Heubündeltragen“ ist in Leeheim heute noch genau so beliebt wie zu den Kindertagen der Autorin.

Rosemarie Ebbmeyers Buch „Später wird's schöner“ ist als Hardcover­Ausgabe mit Lesebändchen als Book on demand erschienen. Es umfasst 192 Seiten mit vielen Fotografien und Abbildungen, kostet 16,90 Euro und ist über den Buchhandel sowie beim Heimat- und Geschichtsverein in Leeheim erhältlich.

Von "Riewe leiern" und dem Pepitarock, Ried Echo, 20. Mai 2015; Artikel; Zugriff im August 2016

(lot) Rosemarie Ebbmeyer aus Leeheim hat Biografiearbeit geleistet – Ihre Erinnerungen liegen jetzt gedruckt vor.

„Skizzen einer Kindheit im Ried“: So umschreibt Rosemarie Ebbmeyer ihr Erinnerungsbuch mit regionalem Flair. Unter dem Titel „Später wird’s schöner“ blickt die gebürtige Leeheimerin anekdotisch und unsentimental zurück auf die Jahre um 1960.
Kindheit im hessischen Ried der fünfziger und sechziger Jahre: Feldarbeit und Versorgung der Tiere prägten das Leben, der Opelbus fuhr zweimal täglich. Dorfbräuche wurden gepflegt, Alltag und Feste folgten dem immer gleichen Rhythmus. Generationen lebten Tür an Tür.
„Später wird’s schöner“, sagt die Großmama zur kleinen Rosemarie, wenn sie klagt, weil sie Geschirr abtrocknen, Futtereimer fürs Vieh raustragen oder beim „Riewe leiern“ helfen muss. Aus der Sicht des Mädchens sind alle Hilfen, die es im Elternhaus leistet, unfair. Und doch beschreibt Rosemarie Ebbmeyer hier wie an vielen anderen Stellen ihres Erinnerungsbuchs „Später wird’s schöner“ klaglos unsentimental, was damals üblich war. Kinder hatten mit anzupacken, Rollschuhlaufen gab’s, wenn die Arbeiten getan waren.
„Deine Eltern sind von früh bis spät auf den Beinen. Später wird’s schöner. Da bist du älter und verständiger“, so Großmama „Mutsch“. Widerworte gab’s nicht, sonst wurde Opa zornig. „Er muss mich ja nicht gleich in den leeren Saustall sperren“, so die kleine Rosemarie. „Er hatte Nachtschicht, ist müde. Du musst ihn nehmen, wie er ist“, lautet die Antwort.

1953 geboren, lebt Rosemarie Ebbmeyer längst nicht mehr in Leeheim, wohnt seit 40 Jahren in Freiburg. Inspiriert von einem Volkshochschulkurs hat sie 2004 entlang geordneter Themenfelder Erinnerungen an ihre Kindheit im Ried aufgeschrieben, um sie den Jüngeren ihrer Familie zu erzählen.
„Das war nicht für eine Veröffentlichung in Buchform gedacht, doch die Frauen, die mit mir gemeinsam Biografiearbeit betrieben, haben mich dazu ermuntert“, sagt die Autorin auf ECHO-Nachfrage.

Das Buch ist mit sensibel nachhorchender Sprache geschrieben, holt den Alltag jener Jahre detailgetreu sowie teils durchsetzt vom typischen Riedhessisch vors Auge. Vom Oberdorf und Unterdorf wird erzählt, von der Hebamme, die zur Hausgeburt kam, vom Ortsdoktor, vom Pfarrer und dem Verbot, in der Kirche Kniestrümpfe zu tragen. Der gefältelte Pepitarock als feine Festkleidung fürs bezopfte Mädchen wie auch das halbrunde Körbchen an Mamas Fahrradlenkstange, in dem es morgens in den Kindergarten zu „Tante Hanna“ gefahren wird, finden Platz in den kurzen Kapiteln. Szenen, die Erinnerungen auch bei den Lesern wecken.
Vielen Leeheimer Gebäuden und Plätzen ist ein Denkmal gesetzt, es wird an Menschen erinnert, die zum dörflichen Leben gehörten: Die Fähler Marie etwa, in deren Laden, den sie mit ihrer Schwester Lisbeth führte, es Buntstifte ebenso gab wie Bütten zum Schlachten, Öfen und Blumenvasen. Von der „Mädchen- und Bubenseite“ in der Kirche wird erzählt, von Pfarrer Vogel, der seine Predigt unterbricht, weil die kleine Rosemarie einen Hustenanfall hat. Mama schämt sich und von irgendwoher gleitet ein hilfreicher Pfefferminzbonbon in Rosemaries Mund.
„Wenn ich im Dorf gefragt werde, wohin ich gehöre, sage ich: Ich bin die Tochter von der Glocke Marie“, schreibt Ebbmeyer, wie eng die Familienzugehörigkeit geknüpft war. So ist das knapp 200 Seiten starke Buch, das auch bestückt ist mit alten Fotografien und Postkarten jener Zeit, als die Eingemeindung Leeheims zu Riedstadt noch fern war, über die persönliche Geschichte hinaus ein Sittengemälde der sechziger Jahre im Ried. Manch älterer Leser dürfte eigene Erinnerung darin wiederfinden und sich an der Beschreibung altvertrauter Orte freuen: Sei es das Kindergartengebäude mit Anbau von 1961, sei es der Neubau der Leeheimer Schule, der 1959 eingeweiht wurde.

„Später wir’s schöner“, Skizzen einer Kindheit im Ried von Rosemarie Ebbmeyer, ist verlegt bei Books on Demand.

August 2017